Geschichte des Vereins

Die ersten Versuche zur Gründung eines Musikvereines kamen kurz nach dem 1. Weltkrieg auf. In den Bauernschaften von Garrel bildeten sich Bläsergruppen, die auf "Hölskenbällen" für Tanzmusik sorgten. Die erste Gruppe entstand in Garrel. Weitere existierten in Tweel, Tannenkamp und Beverbruch. Im Jahre 1919 spielten erstmals mehrere dieser Gruppen zusammen, um anlässlich des Fronleichnamsfestes öffentlich Sakramentslieder zu spielen. Dieses fand einen regen Zuspruch in der Bevölkerung. Daraufhin traten Musiker der einzelnen Bläsergruppen an den Hauptschullehrer August Kalvelage heran mit der Bitte, den zu gründenden Musikverein zu leiten. Die Antwort Kalvelages: " Wenn ihr mir das zutraut, meinetwegen."

Die regelmäßigen Übungsabende wurden schnell von den Musikfreunden angenommen und gut besucht. Die Mitglieder des Vereins übten ausdauernd bis auch neue und unbekannte Musikstücke fehlerfrei auswendig beherrscht wurden.
Da die Musiker überwiegend aus der Landwirtschaft kamen, wurden die Übungsabende während der Erntezeit ausgesetzt. Wenn dann die Musikfreunde nach der Ernte wieder ihrem Hobby nachkommen konnten, kam es nicht selten vor, dass die ersten Töne nach langer Pause unsauber klangen. Dirigent Kalvelage pflegte dann zu sagen: Es ist wohl Stroh in den Hörnern.

Im Jahre 1920, dem offiziellen Gründungsjahr, wurde ein Stiftungsfest gefeiert. Die ersten Instrumente musste sich jeder selber besorgen. Noten wurden handgeschrieben oder es wurde auswendig gelernt bis es klang. Reparaturen an den Instrumenten führte man selbst aus oder bezahlte sie mit Naturalien. Das Musizieren wurde immer besser und so musste man auch häufig auf Hochzeiten für die Unterhaltung sorgen. Die erste Krise im Verein gab es, als sich einige Mitglieder zur Auswanderung nach Amerika entschlossen hatten. Dadurch wurde die Gruppe so geschwächt, dass man sich dazu entschloss, mit dem Üben auszusetzen. Erst im Jahre 1929 war die Gruppe wieder erneut stark genug.

Eine weitere Pause gab es während des 2. Weltkrieges. 1946 nach Ende des Krieges fanden sich jedoch alte und neue Mitglieder schnell wieder zusammen. Kirchliche Feste und andere öffentliche Veranstaltungen wurden nunmehr durch die Musik des Vereins umrahmt. Es dauerte nicht lange, bis der Verein ein entsprechendes Ansehen und Niveau erreicht hatte. So spielte man 1953 auf dem Kreismusikfest in Beverbruch die Mignouette Ouvertüre. 1958 war man erstmalig selbst Ausrichter des Kreismusikfestes.

Ohne Unterbrechung hatte der Dirigent August Kalvelage den Verein viele Jahre hindurch geleitet. Ihm folgten Georg Timmermann, Josef Ferneding, Georg Dellwisch und Georg Högemann. Mit dem vorigen Dirigenten Josef Brackland (1968 - 1994) kam der Verein erneut zur Blüte.

1970 wurde das 50- jährige Bestehen des Vereins gefeiert. 34 Aktive Musiker konnten sich erstmals in neuer weißer Uniform der Garreler Bevölkerung vorstellen.

1972 wurden erstmals weibliche Mitglieder in den Verein aufgenommen und 1978 konnte zum zweiten Male das Kreismusikfest durchgeführt werden. Zwei Jahre später feierte der Musikverein sein 60-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß wurde ein großes Wunschkonzert veranstaltet.

Auch das Jahr 1995 hat die Vereinsgeschichte geprägt: Das Kreismusikfest fand zum dritten Mal in Garrel statt; der Musikverein konnte sein 75 jähriges Bestehen feiern und zudem gab es einen Dirigentenwechsel. Mit Jahresbeginn übernahm der damals 32-jährige Martin Brauner den Taktstock. Brauner war zuvor 15 Jahre als Dirigent im benachbarten Dreiländereck "Hoheging-Kellerhöhe-Bürgermoor" tätig und hatte während seiner Amtszeit den dortigen Schützenmusikzug zu beachtlichen Leistungen herangeführt.

Der neue Dirigent Martin Brauner setzte nun auch fortan im Musikverein Garrel Akzente, wobei er stets auf die Erfahrung und Unterstützung der altgedienten Musiker bauen konnte. Josef Brackland, der Vorgänger von Brauner, hatte in seiner Amtszeit ein musikalisches Fundament aufgebaut. Dieses nutzte Brauner eindrucksvoll, wobei es ihm gelang, in den Folgejahren viele Nachwuchsmusiker zu integrieren. Der Musikverein Garrel von 1920 e.V. ist seither für seine optimale Jugendausbildung weit über die Kreisgrenzen bekannt. 

Einen weiteren Führungswechsel gab es am 02. Januar 2002: Der langjährige Vorsitzende Heinrich Tabeling war nach über 20 Jahren Vorstandsarbeit, davon von 1988 bis Ende 2001 als Vorsitzender, von seinem Amt zurückgetreten und wurde durch Manfred Majweski ersetzt. Majweski, der ebenfalls schon langjährige Vorstandserfahrung aufzuweisen hatte, stellte fortan das "Teamwork" vordergründig dar und ist somit seit Anfang 2002 Vorsitzender des Musikverein Garrel.

Auf der Generalversammlung am 05. November 2005 legte Martin Brauner seinen Dirigentenposten nieder, nachdem er bereits im Vorjahr diesen Entschluß mitgeteilt hatte. Während seiner fast 11-jährigen Tätigkeit als Dirigent im Musikverein Garrel konnte Brauner auf beachtliche Erfolge zurück- blicken, die sich eindrucksvoll in der von Manfred Majewski vorgetragenen Laudatio widerspiegelten. Unvergessen sind hierbei das Europaschützenfest im Jahre 2000 in Garrel, mehrere Fernsehauftritte anläßlich des Oldenburger Kramermarktes sowie mehrere Konzertabende; wie zuletzt das große Gala-Konzert im Frühjahr 2005. Martin Brauner wurde auf dem gemütlichen Abend am 07.01.2006 für seine Verdienste mit dem Titel "Ehrendirigent" ausgezeichnet.

Nachfolger von Brauner wurde am 02.01.2006 der Musikpädagoge Roland Stuppin aus Cloppenburg. Stuppin hatte bereits in den letzten zwei Jahren mehrere lockere Kontakte zum Verein und stand während dieser Zeit immer wieder als musikalischer Berater dem Verein unterstützend zur Seite. Unter der Leitung von Roland Stuppin konnte sich der Verein erneut musikalisch weiterentwickeln. Durch seine professionelle Arbeit und Einstellung, insbesondere bei den Proben, gelang es ihm schnell, dass musikalische Potential eines jeden Musikers herauszukitzeln.
Der erste große Erfolg zeigte sich im Mai 2006 auf dem Kreismusikfest in Wachtum, wo man mit dem Stück "A Klezmer Karnival" in der Mittelstufe eine beachtliche musikalische Leistung darbieten konnte und dabei unter den teilnehmenden Musikvereinen aus den Kreis Cloppenburg eine hervorragende Plazierung erreichte.
Auf der Jahreshauptversammlung am 13.11.2006 zeigte sich Roland Stuppin mit dem Wahlergebnis seiner zuvor selbst einberufenen Vertrauensfrage nicht zu frieden und stellte daraufhin überraschend seinen Dirigentenposten nach gerade mal 11 Monaten zur Verfügung.

Während der Vorstand, allen voran der emsige Vorsitzende Manfred Majewski, nach einem potentiellen Nachfolger Ausschau hielt, übernahm die stellvertretende Dirigentin, Sarah Bartel, den vakanten Posten des musikalischen Leiters.

Seit dem 10. Januar 2007 ist nun der studierte Trompeter und Hornist Helmut Sprenger aus Delmenhorst neuer Dirigent im Musikverein Garrel. Durch seine musikalische Qualifikation, aber auch gerade durch seine kameradschaftlichen Tugenden, wird Sprenger, der schon unter Ernst Mosch und in der Günther-Noris-Band mitwirkte, den Verein in Kürze noch weiter musikalisch voran bringen. (weitere Informationen über Helmut Sprenger finden Sie unter der Rubrik "Dirigat").
 
Neben den wöchentlichen Proben und Auftritten legt der Musikverein Garrel von 1920 e.V. großen Wert auf die Pflege der Kameradschaft und Geselligkeit. Dies kommt besonders auf dem jährlichen Vereinsball im Vereinslokal Niemann zum Ausdruck. Hier wird dann der Ballkönig mit einer Königskette gekürt. Des weiteren werden Zeltlager und Tagesfahrten angeboten.

Bei unseren musikalischen Aktivitäten ist der Verein z.B. in der Kirche, auf vielen Schützenfesten, auf dem Kramermarkt in Oldenburg, auf der Kirmes oder auf dem Freimarkt anzutreffen. Auch unsere Konzerte finden bei vielen Musikfreunden aus Nah und fern großen Zuspruch.

Weitere Neumitglieder sind jederzeit herzlich willkommen. Vielleicht haben wir ja dein Interesse wecken können und DU bist in kürze einer von uns.........